Villacher Institution
Bauerngman setzt nun online Akzente
Hundert Tage vor dem Beginn der Villacher Kirchtagswoche schlägt eine der ältesten Wohltätigkeits-Initiativen des Landes, die Villacher Bauerngman, neue digitale Wege ein, um Spenden für die „Kindlkassa“ zu sammeln.
© Gerhard Kampitsch
Schwierige Zeiten erfordern besondere Ideen und außergewöhnlichen Tatendrang. Heute hat unverändert Gültigkeit, was vor über hundert Jahren in Villach seinen Ursprung nahm: Eine Runde engagierter Villacher startete im Jahr 1908 als Bauerngman karitative Aktivitäten, die Villachs Sozialleben bis heute entscheidend prägen. „Wir können mittlerweile auf 113 Jahre Erfahrung in Sachen regionales, karitatives Engagement zurückgreifen“, berichtet „Großbauer“ Kurt Maschke junior.
Bedürftige Nachbarschaft
Die Nachfolger jener Bürger, die damals vor dem Wintereinbruch Kleider und Schuhe für „Villachs arme Schulkinder“ organisierten, sehen sich bis heute in der Pflicht. In ihrer 113-jährigen Geschichte ermöglichte die „Gman“ bereits zehntausende kleine und größere Hilfestellungen für die bedürftige Nachbarschaft.
Unterstützung für Kinder
Neben der traditionellen Kindlbescherung im Dezember ist vor allem auch die gezielte Förderung von beeinträchtigten Jugendlichen fixer Bestandteil der karitativen Arbeit. In Kooperation mit Partnern wie dem Jugend- und Sozialamt der Stadt Villach erhalten Kinder und Jugendliche dadurch ganzjährig schulische, sportliche und medizinische Unterstützung.
Schicksale hinter den Kulissen
Die Geldmittel dafür kommen aus der „Kindlkassa“, die bei jenen Anlässen in Villach gefüllt wird, die wohl jedem bekannt sind: der Villacher Kirchtag oder der Bauernadvent. Die Bauerngman nutzt traditionell Villachs fröhliche Jahreshöhepunkte als Bühne, um sich hinter den Kulissen dann intensiv um die weniger fröhlichen Schicksale zu kümmern.
Neue Konzepte
Die Pandemie nimmt dem Verein derzeit aber großteils die Möglichkeiten zum direkten, persönlichen Kontakt mit den vielen treuen Spendern. Deshalb arbeiten die Bauern mit Hochdruck an neuen Konzepten für das Sammeln von Spenden rund um den Termin der heurigen Kirchtagswoche. „Wir merken, dass durch die Pandemie die Situation in vielen sozial benachteiligten Familien immer prekärer wird und befürchten, dass sich das in den kommenden Monaten noch verschärfen wird. Umso wichtiger ist es, dass wir weiterhin schnell und unkompliziert dort helfen können, wo akut Hilfe benötigt wird“, betont „Klanbauer“ Peter Schicho.
Digitale Kampagne
„Kindlvater“ Martin Mayerhofer ergänzt: „Wir möchten neue Wege erschließen und allen Spendenwilligen einen möglichst unkomplizierten und sicheren Zugang zur Kindlkassa-Spende ermöglichen. So starten wir in den kommenden Monaten eine digitale Kampagne, die ihren Höhepunkt rund um die Kirchtagswoche erreichen wird.“ Noch wird mit regionalen Partnern an den letzten Details gefeilt, doch schon in Kürze gehen auf den Social-Media-Kanälen der „Gman“ alle Informationen zur Erneuerung der geschichtsträchtigsten Wohltätigkeits-Initiative der Draustadt online.
