Call-Option
Flughafen Klagenfurt: Aufsichtsrat unterbricht Sitzung
Rückkauf: Soll die Call-Option gezogen werden, oder nicht? Kurz vor Mitternacht vertagte der Aufsichtsrat der Kärntner Beteiligungsverwaltung (KBV) gestern den entscheidenden Tagesordnungspunkt.
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Gestern Abend tagte der Aufsichtsrat der Kärntner Beteiligungsverwaltung (KBV). Die Beschlussfassung, ob am Flughafen Klagenfurt die vertraglich möglich Call-Option gezogen werden soll und damit die Anteilsrückgabe erfolgt, wurde kurz vor Mitternacht vertagt. „Die Causa Flughafen ist die wichtigste Infrastruktur-Entscheidung für unser Land seit Jahren. Eine intensive Beratung zeugt von hohem Bewusstsein für die große Verantwortung, die damit verbunden ist. Nur darf eine Entscheidung nicht auf die lange Bank geschoben werden“, reagiert Landesrat Martin Gruber, zuständiger Referent des Landes Kärnten für Beteiligungsverwaltung. Er betont die Notwendigkeit einer raschen Beschlussfassung und ist zuversichtlich ist, dass nach vertiefter Prüfung aller Unterlagen am kommenden Montag die Entscheidung für die Mitglieder des Aufsichtsrats klarer auf der Hand liegt.
Passagierzahl unter 100.000
In den vier Jahren seit dem Einstieg des Mehrheitseigentümers „Lilihill“ ist, so Gruber, wenig bis nichts passiert. Trotz Privatisierung und neuem Betreiber liegen die Passagierzahlen derzeit am Boden. Zwei Rechtsmeinungen bestätigen die Möglichkeit, die Call-Option zu ziehen. Die Anteilsrückgabe kann laut Beteiligungsvertrag geltend gemacht werden, sollte die jährliche Passagierzahl unter 100.000 fallen. Das geschah seit der Teilprivatisierung zwei Mal. 2021 nutzten lediglich 30.000 Passagiere den Airport. Laut Gutachten ist die Covid-Pandemie dafür keine Ausrede mehr.
„Unzufriedenstellende Situation“
„Wegschauen ist keine Lösung. Manche Beziehungen funktionieren nicht. Und wenn das so ist, muss man einen klaren Schlussstrich ziehen. Wir müssen jetzt handeln und die Interessen der Kärntner schützen“, stellt Gruber klar. Nach der Präsentation von Gutachten, Berichten und Experten-Meinungen spricht er sich für ein Ziehen der Call Option aus, um drohende Nachteile für die Interessen des Landes und der Beteiligungsverwaltung abzuwenden. „Die Kärntner haben ein Recht darauf, dass der Flughafen nicht nur verwaltet wird, sondern dass dort investiert wird. Unter öffentlicher Führung gab es ein Vielfaches an Investitionen und Passagieren. Diese unzufriedenstellende Situation am Airport sollte nicht verlängert werden“, bezieht Gruber klar Stellung.
Plan B in Ausarbeitung
Ein Plan, wie es nach dem Ziehen der Call-Option weitergehen könnte, existiert bereits. Der ehemalige Direktor des Salzburger Flughafens, der Kärntner Roland Hermann, arbeitete daran, wie die Entwicklung des Kärnten-Airports als Regionalflughafen gelingen kann. „Wir brauchen konkrete Umsetzungen für Wirtschaft und Tourismus, keine Luftschlösser. Daran wird bereits gearbeitet“, verrät Gruber.