Ende einer Ära
VolXhaus Klagenfurt sucht neues Zuhause
Der Verein „Veranstaltungs- und Kulturzentrum VolXhaus Klagenfurt“ muss seine bekannte Location am Südbahngürtel aufgeben. Stattdessen wird im Juni der Slowenische Kulturverband / Slovenska prosvetna zveza in das Gebäude einziehen. Bei den VolXhaus-Vereinsmitgliedern und in Kärntens alternativer Musikszene herrscht großes Unverständnis.
© Volxhaus
Das Volkshaus / Ljudski dom war ursprünglich das Verlags- und Druckgebäude für die schon lange eingestellte, kommunistische Zeitung „Volkswille“. Das Gebäude am Südbahngürtel ist den Klagenfurtern aber viel mehr als Veranstaltungsort zahlreicher Konzerte, Theateraufführungen und weiterer Events bekannt. Seit 2015 werden diese vom gemeinnützigen Verein „Veranstaltungs- und Kulturzentrum VolXhaus Klagenfurt“, kurz VolXhaus, organisiert und durchgeführt. Aber das ist nicht mehr lange der Fall.
Was ist passiert?
Noch im Herbst und Winter 2022 haben die VolXhaus-Vereinsmitglieder die Heizung, die Klimaanlage und den Boden des Veranstaltungsgebäudes, das sich im Besitz der KPÖ Kärnten/Koroška befindet, auf eigene Kosten saniert. Das hat den Eigentümer, der über diese Arbeiten Bescheid wusste, aber nicht davon abgehalten, dem Verein am 28. Dezember die Kündigung des Mietverhältnisses mitzuteilen. „Die KPÖ Kärnten/Koroška hatte bereits mit dem Slowenischen Kulturverband verhandelt und uns vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt VolXhaus-Pressesprecher Ingo Webernig. Der Jahresplan 2023 war zu diesem Zeitpunkt schon fertig, eigentlich hätten heuer rund 50 Veranstaltungen stattfinden sollen. Nun findet die VolXhaus-Ära aber bereits am 29. April mit einem Auftritt der „Brokkoli Brothers“ ein jähes Ende, denn bis Juni muss der Verein aus dem Gebäude ausgezogen sein.
Warum die Kündigung?
Die KPÖ Kärnten/Koroška hielt sich zunächst bedeckt, als der VolXhaus-Verein mit der überraschenden Kündigung des Mietverhältnisses an die Öffentlichkeit ging und damit in den sozialen Medien für zahlreiche Aufschreie sorgte. Nach ein paar Tagen folgte aber eine Pressemitteilung, welche die abrupte Kündigung gegenüber VolXhaus und die Neuvermietung an den Slowenischen Kulturverband / Slovenska prosvetna zveza (SPZ) zu begründen versucht. Darin steht geschrieben, das die KPÖ Kärnten/Koroška damit den Erhalt des denkmalgeschützten Hauses absichern will und durch den neuen Mieter zudem „neue konzeptuelle Entwicklungsmöglichkeiten“ eröffnet werden sollen. „Wir haben immer pünktlich gezahlt und zudem rund 500.000 Euro in das Gebäude und die Technik investiert“, sagt Webernig dazu. „Wir können das anhand gesammelter Belege natürlich auch beweisen.“
Wie geht es weiter?
„Wir haben mit SPZ-Obmann Mitja Rovšek gesprochen. Prinzipiell würde uns das Gebäude an Terminen zur Verfügung stehen, an denen der Slowenische Kulturverband es nicht für seine eigenen Theaterveranstaltungen benötigt. Aber Stehplatz-Konzerte und ähnliche Events sind nicht mehr möglich, weil eine fixe Tribüne eingebaut wird“, berichtet Webernig.Die VolXhaus-Mitglieder möchten aber dafür kämpfen, dass Klagenfurt weiterhin eine Veranstaltungsstätte für Events abseits von Theater und Mainstream-Musik behält. Zudem solle die Saalmiete inklusive Event-Technik bei VolXhaus-Veranstaltungen weiterhin leistbar bleiben – laut Webernig muss man bei anderen, ähnlich großen Locations in Kärnten nämlich mit 3000 bis 5000 Euro Kosten pro Abend rechnen.
Suche nach neuer Location
„Das kann sich kaum jemand leisten, schon gar nicht in der lokalen Kulturszene. Wir suchen daher eine neue Location“, erzählt der Pressesprecher und hält dabei fest, dass sein 48-köpfiger Verein sich als gemeinnützig versteht und mit seiner Tätigkeit kein Geld für sich selbst verdient. Mit dem Slowenischen Kulturverband / Slovenska prosvetna zveza (SPZ) wird man sich zudem auf die Abnahme der eingebauten Elektronik zu verständigen versuchen. „Wenn wir alles mitnehmen würden, was wir selbst installiert und bezahlt haben, dann würde unser bisheriges Veranstaltungsgebäude am Südbahngürtel nicht mal über einen Lichtschalter, geschweige denn eine Heizung verfügen“, erzählt Webernig und betont, dass es mit dem SPZ selbst keine Probleme oder Konflikte gibt.
„Die Szene stirbt!“
Rund um Klagenfurt gebe es zwar leistbare Gebäude für das neue „VolXhaus“, in Klagenfurt hingegen gestalte sich die Suche als sehr schwierig. „Wir machen weiter!“ sagt der VolXhaus-Verein aber dennoch und gibt sich kämpferisch. In einem Statement auf Facebook steht beispielsweise: „Die Szene stirbt! Erschaffen wir die Kunst & Kultur neu, entwickeln wir uns weiter, zeigen wir doch einfach, was wir können und schaffen wir irgendwo einen Platz für uns alle!“ Wie und vor allem wo genau, wird sich aber erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.

