ÖGB Kärnten
Frauen bekommen um 40,5 Prozent weniger Pension als Männer
Der 5. August 2021 ist in Kärnten jener Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis Jahresende erhalten werden. Österreichweit ist der Equal Pension Day am 1. August 2021.
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„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für Frauen nach wie vor eine der größten Herausforderungen. Sie leisten den Großteil der Kindererziehung und arbeiten vielfach in Teilzeit, um alles unter einen Hut zu bekommen“, fasst ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Waltraud Rohrer zusammen. Deshalb üben die ÖGB-Frauen Kritik an den hohen Einkommensunterschieden.
Altersarmut als Resultat
Konkret: Der 5. August 2021 ist in Kärnten jener Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis Jahresende erhalten werden. Österreichweit ist der „Equal Pension Day“ am 1. August 2021. Die geringen Einkommen drängen Frauen in Altersarmut und führen zu niedrigen Pensionen. „Es kann nicht sein, dass der Familienwunsch für Frauen in späteren Jahren zu Armut führt“, zeigt Rohrer auf.
Kindererziehung besser anrechnen
In der Praxis zeigt sich, dass die geringe Anrechnung der Kindererziehungszeiten ein massives Problem für Frauen ist. „Eine gerechte und stufenweise Anrechnung der Kindererziehungszeiten ist oberstes Gebot der Stunde“, fordert Rohrer. Ein Ausbau der Kinderbildungs- und betreuungseinrichtungen mit passenden Öffnungszeiten muss vor allem in den ländlichen Regionen erfolgen. „Immer wieder müssen Frauen Job-Angebote ablehnen, weil die Kinderbetreuung aufgrund fehlender Strukturen nicht gewährleistet werden kann“, erklärt ÖGB-Landesfrauensekretärin Christina Summerer.
Pflege von Angehörigen
Auch wenn Arbeitnehmerinnen die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger übernehmen, ist die berufliche Tätigkeit eingeschränkt oder muss gar aufgegeben werden. Der Ausbau qualitativer Pflegeangebote ist somit eine wichtige Rahmenbedingung für die Erwerbstätigkeit der Arbeitnehmerinnen. „Eine Pflegereform, die ein leistbares und qualitatives Angebot an Pflege für die Familien sicherstellt, muss endlich umgesetzt werden“, fordert Rohrer weiter.
Bessere Arbeitsbedingungen
Die Krise hat, so Rohrer, gezeigt, dass hauptsächlich Frauen in systemrelevanten Berufen tätig sind. Der von der Bundesregierung versprochene Corona-Tausender lasse aber nach wie vor in vielen Bereichen auf sich warten. „Den Applaus für die Leistungen haben die Frauen gehört, nun muss aber endlich eine Anerkennung in Form von besserer Entlohnung und fairer Arbeitsbedingungen für Frauen erfolgen“, betont Rohrer.

