Neustart
Zu Besuch in Klagenfurts neuem Event-Zentrum
In der ehemaligen Hypo-Zentrale wird derzeit fleißig am „Veranstaltungszentrum Klagenfurt“ gearbeitet, denn schon am 19. August wird die neue Location eingeweiht. Aber was genau erwartet die Besucher des neuen Zentrums in Welzenegg? „KLiCK Kärnten“ hat einen Lokalaugenschein gemacht und mit den Betreibern gesprochen.
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„Wir wollen ein neues Kunst- und Kulturzentrum für alle Kärntner schaffen und außerdem ein Treffpunkt für die Klagenfurter Bevölkerung werden.“ Mit diesen ehrgeizigen Zielen begrüßt Ingo Webernig, der Pressesprecher des Vereins „Veranstaltungs- und Kulturzentrum VolXhaus“, den Reporter von „KLiCK Kärnten“ zum Lokalaugenschein. Der Verein ist im Moment fleißig dabei, seine neuen Räumlichkeiten in der ehemaligen Hypo-Zentrale einzurichten. Aber alles der Reihe nach.
Kein Ende, sondern ein Neubeginn
Der Verein dürfte den meisten Kärntnern vertraut sein, denn viele Jahre lang betrieb er das „VolXhaus“ am Klagenfurter Südbahngürtel. Nach unzähligen, Konzerten, Theater- und Kabarettabenden sowie Parties fand die bekannte Location aber ein sehr abruptes Ende – wir haben darüber berichtet.

Statt sich über den Verlust ihrer alten Heimat zu beschweren, haben die Vereinsmitglieder lieber die Ärmel hochgekrempelt und sich auf die Suche nach einer neuen Location begeben. „Wir haben dabei auch mit den Eigentümern des Gebäudes gesprochen, in dem früher die Hypo-Zentrale untergebracht war“, erzählt Webernig. Das Gebäude zwischen Kika und CineCity stand viele Jahre leer, nach mehreren Gesprächen gaben die Eigentümer aber grünes Licht. Das bedeutet: Im Moment entsteht dort das „Veranstaltungszentrum Klagenfurt“, das im August seine Pforten öffnen wird.
Mehr Platz und mehr Möglichkeiten
„Wir haben jetzt circa dreimal so viel Platz wie im VolXhaus“, erklärt Webernig. Um die Dimensionen zu verstehen, hier ein kleines Beispiel: Wenn der neue Veranstaltungssaal bestuhlt wird, dann können zwischen 300 und 350 Gäste dort Platz nehmen – je nachdem, wie eingerichtet wird. Aktuell arbeitet der Verein gerade am Aufbau einer neuen Bühne. Unserem Reporter wird auch freudig die riesige, ausfahrbare Leinwand über der Bühne gezeigt, die für Übertragungen, Filme und ähnliches genutzt werden kann.

Bei der Frage, warum man nach dem eher unfreundlichen Aus der alten Location direkt eine neue Location aufbaut, zeigt sich der ideologische Grundgedanke des Vereins. „Weil es in Klagenfurt sonst keinen Platz mehr gibt für freie Kunst und Kultur, für alles Alternative schon mal gar nicht. Auch die Jugend hat nur noch wenige Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Für heimische, aber auch internationale Bands, egal ob Hip Hop, Pop, Heavy Metal oder andere Musik, fehlen zudem die Locations in Kärnten“, so Webernig.
Was ist geplant?
Wie soll das neue Veranstaltungszentrum aber eigentlich genutzt werden? „Wir sind offen für Theater, Musik und Kabarettprogramme. Aber auch Firmenfeiern, Seminare und ähnliches sind möglich. Man kann uns auch für private Feiern, etwa für Geburtstage buchen“, erklärt Webernig. Die Technik ist fix eingebaut und somit für alle Arten von Events vorhanden, im Unterschied zu vielen anderen Locations.

Abendliche Veranstaltungen, beispielsweise Konzerte, werden nur an den Wochenenden stattfinden, wochentags und tagsüber wird aber der Bar-Bereich geöffnet sein. Dieser Bereich freut die Vereinsmitglieder ganz besonders, denn: „Die Bar ist räumlich vom Veranstaltungssaal getrennt und bietet auch eine überdachte Terrasse.“ Die Bar wird der Verein selbst betreiben, als Partner wurden Brantl Limonaden und Aufhauser Getränke ins Boot geholt. Denn: „Hier funktioniert die Zusammenarbeit perfekt und wir teilen auch alle den Grundgedanken, regional und ökologisch agieren zu wollen.“

Eine schöne Anekdote gibt es bereits zu erzählen, obwohl das Zentrum noch gar nicht offen ist: Als die Vereinsmitglieder eines Abends während der Arbeit Pause machten, kam jemand vorbei, setzte sich ans Klavier im Eingangsbereich und begann zu spielen. „So muss das sein! Ich hatte wirklich Gänsehaut. Dieses Feeling, gemeinsam eine schöne Zeit mit toller Kunst und Kultur zu verbringen – genau das wollen wir erschaffen!“, gibt sich Webernig enthusiastisch.
Moderne Technik
Beim Lokalaugenschein zeigt sich schnell, dass die neue Location tatsächlich wesentlich größer ist als das einstige VolXhaus. In Zahlen: Der Außenbereich ist 700 Quadratmeter groß, der Innenbereich rund 800 Quadratmeter. Auch die Einrichtung ist hochmodern. „Hier hat auch der Vermieter viel Geld in die Hand genommen. Lüftung, Veranstaltungstechnik und so weiter – was nicht bereits vorhanden war, wird auf den neuesten Stand gebracht.“

Zum Beweis wird unser Reporter in den kleinen Technikraum geführt, der mit allerlei Geräten vollgepackt ist. So ist es beispielsweise möglich, für Live-Übertragungen den Klang für den Saal und für den Live-Stream einzeln abzumischen und entsprechend zu optimieren.
All das kostet viel Geld, denn auch die Miete für so ein Gebäude ist nicht ganz billig. Da drängt sich die Frage auf, ob die öffentliche Hand dafür zahlt. „Man hat uns im Moment noch keine einzige Förderung bewilligt“, sagt Webernig dazu. „Trotz der zahlreichen Beteuerungen, die uns nach dem Aus der alten Location gemacht wurden.“
„Draußen wird man nichts hören“
Wer in Klagenfurt Veranstaltungen organisieren will, der sieht sich des Öfteren mit Beschwerden von Anrainern konfrontiert. Die Situation am Lendhafen sowie der Umzug des ehemaligen „raj“ aus der Innenstadt sind gute Beispiele dafür.
„Der Saal ist praktisch schalldicht. Auch wenn wir innen die Anlage auf maximale Lautstärke drehen, hört sich draußen jedes vorbeifahrende Auto wesentlich lauter an“, erzählt Webernig von einem Testlauf, den er und seine Kollegen bereits durchgeführt haben. Besorgten Anrainern bietet er trotzdem an, einfach Kontakt aufzunehmen und sich selbst zu überzeugen. „Man kann über alles reden und alles klären“, ist er überzeugt.
Eröffnung am 19. August
Das neue Veranstaltungs- und Kulturzentrum wird am 19. August mit einem Konzert der spanischen Band „Ciconia“ eingeweiht. Unser Lokalaugenschein hat gezeigt, dass die Vereinsmitglieder es kaum erwarten können. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun und zu klären. „Die Arbeiten dauern noch bis Anfang August, danach können wir alle nötigen Bewilligungen einholen. Wir wollen ja nichts Illegales machen“, sagt Webernig.